Tubacompacta Röhrentechnik und mehr
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Letzte Aktualisierung:

20. August 2017

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Meine Lieblingsröhre PCL86

Vorwort

  • Die PCL86 ist eine Verbundröhre mit obiger Sockelschaltung No84 (Ratheiser, RTT Kunze/Schwandt).
  • "Vielfach sind in Röhrenkatalogen die Tetroden als 5-Pol-Röhren aufgeführt. Dies trifft zu, sofern die mit der Katode intern direkt verbundene Ablenkelektrode mitgezählt wird. Sie hat jedoch nicht die übliche Funktion eines Gitters, weshalb Beam-Power-Röhren als Tetroden gelten. Sie erzeugen hauptsächlich Verzerrungen der zweiten Harmonischen und fast keine der dritten." [3]
  • beam-tubes = Strahl-Röhren [6]
  • beam power tube (or valve) [1] = Bündelendröhre; Leistungsröhre mit Elektronenbündelung [2]
  • Beam power tubes (BPT) können sowohl Tetroden als auch Pentoden sein.
  • beam power tetrode [1] = Endtetrode mit Elektronenbündelung [2]
  • beam confining plate (or electrode) [1] = Strahlblech [2] bzw. Strahlblendenblech [4]
  • Beam Power Endröhre (Strahlbündelröhre) [5]
  • Die Unterdrückung der Sekundäremission erfolgt durch die an Stelle eines Bremsgitters zwischen Schirmgitter und Anode eingesetzten Strahlbleche, die den Anodenstrom bündeln und eine starke Raumladung erzeugen. Dadurch können die aus der Anode herausgeschlagenen Sekundärelektronen nicht zum Schirmgitter gelangen. Charakteristisch für derartige Röhren ist der scharfe Knick der Kennlinien und ihr steiler Anstieg. Dadurch ergibt sich ein großer Ansteuerbereich (kleine Anoden-Restspannung) und die auftretenden Verzerrungen bestehen hauptsächlich aus geradzahligen Harmonischen. [5]
  • Da bei einer Tetrode das Bremsgitter fehlt, das ja den Austritt der Sekundärelektronen von der Anode zum Schirmgitter verhindern soll, und die Röhre mit diesem Manko nicht ideale Kennlinien produziert, greift man zu einem mechanischen Trick, einem ergänzenden Strahlblech.

    Die Konstruktion einer solchen Strahlbündelröhre (BPT) enthält zusätzlich an den beiden Enden der Längsachsen der Gitterholme jeweils ein auf Katodenpotential gehaltenes Strahlblech. Dieses ermöglicht einen zwar eingeengten, aber gezielten Durchgang der Elektronen - wie der Strahl einer Taschenlampe - von der Katode her durch Steuer- und Schirmgitter zum Anodenblech. Durch diese Konzentration wird aber auch mehr Leistung, mehr Power erzeugt.

 

  • [1] RCA Receiving Tube Manual.  Ausgabe RC-24, Copyright 1965.
  • [2] Harry Wernicke, Dictionary of Electronics, Communications and Electrical Engineering  (Lexikon der Elektronik, Nachrichten- und Elektrotechnik), Band I, English-German (Englisch-Deutsch). Rohde & Schwarz (Herausgeber), Verlag H. Wernicke, Deisenhofen, 1977, neuer Nachtrag 1985.
  • [3] Artur Däschler, Elektronenröhren.  5. Auflage, Archimedes Verlag, Kreuzlingen, Schweiz, 1969.   
  • [4] Jürgen Baranowsky, Das Getter. Elektor Special Project, Röhren 3, Seite 28, April 2007, Elektor-Verlag GmbH, 52072 Aachen.
  • [5] Ing. Ludwig Ratheiser, Röhren- und Transistoren-Handbuch.  3. Auflage, Technischer Verlag Ing. Walter Erb, Wien, 1964.
  • [6] A. Däschler, G. Schilplin, Elektronen-Röhren.  2. Auflage, Verlag Christiani, Konstanz, 1954

Innere Organe der PCL86

Die mit abgebildete Feinsicherung dient dem Größenvergleich und befand sich keineswegs im Röhrenkolben!

Bescheidene Anfänge

Erste Layouts entstanden schon vor geraumer Zeit, untergebracht auf einer handelsüblichen Europa-Karte (100 x 160 mm).

Im folgenden Foto wird der PCL86-Gegentakt-Klasse-A-Verstärker mit "magischem Thermometer" Telefunken EM800 im damaligen Entwicklungsstadium gezeigt. Platzierung der Bauteile zwecks Optimierung bezüglich Raumaufteilung, Ansicht ohne bestückte Kleinteile.

Vor der endgültigen Fertigstellung der Leiterplatte in FR4-Material erstelle ich mir solche "Pappkameraden", um Schwächen (Elkos in Nähe heißer Bauteile, optimale Masseflächen etc.) zu korrigieren. Zudem hört ja bekanntlich auch das Auge mit ...

Man mag diese Methode mild belächeln, erspart sie mir aber - im Gegensatz zu ganz früher - eine Menge fotopositiv beschichteter Bungard FR4-Platinen und damit verbundener Verarbeitung, ehe das endgültige Layout vorliegt. Zudem sind 70-µm-Platinen nicht gerade billig.

Es folgt ein abgespecktes Modell, das ohne Aussteuerungsanzeige EM 800 konstruiert wurde. Es handelt sich dabei wieder um eine komplette Gegentakt-Endstufe, aufgenommen aus verschiedenen Perspektiven. Dabei wurden die ursprüngliche Cinch-Buchse durch eine weitere 3-polige Printklemme ersetzt und die Europa-Karte auf 110 mm verkürzt.

Praktische Umsetzung

  • Klasse-A, Gegentaktverstärker in Stereo-Ausführung mit PCL86
  • Mit Röhren stabilisierte Netzteile, ebenfalls mit PCL86 und zusätzlich 85A2 bestückt
  • EM800 als Aussteuerungsanzeige
  • Ausgangsleistung von 13 Watt pro Kanal

10. Röhrenbuden-Stammtisch, 12. April 2008

  • Der folgende Ausschnitt stammt aus der Röhrenbude  des Eigentümers Jogi, der freundlicherweise seine Zustimmung zu dieser Veröffentlichung erteilte.

Aktualisiert am 20. September 2015.

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